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Im Dienste des öffentlichen Personennahverkehr: Jeepneyfahrer in den Philippinen

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Im Zuge unserer kleinen Informationsreihe über die unterschiedlichen Möglichkeiten, in den Philippinen Geld zu verdienen, möchte ich heute mal über den Jeepneyfahrer sprechen.

Der 'Esel' des öffentlichen Personennahverkehrs ist der Jeepney

Der Jeepney
Jeepney Der Jeepney besteht in der Regel immer noch aus einem alten, amerikanischen Jeep, die nur noch in ganz wenigen Werkstätten, z.B. in Manila, umgebaut werden. Hier werden sie mit Standardbauteilen zu dem typischen Erscheinungsbild umgewandelt und bereits da auf Kundenwunsch hin  "aufgemotzt". Die Motoren sind zwar recht robust, entsprechen aber, was den Schadstoffausstoß angeht, mit Sicherheit nicht mehr den aktuellen Anforderungen und tragen deshalb zu einem sehr hohen Anteil an der Luftverschmutzung in den Ballungszentren bei.

Der Aufbau
Der Aufbau eines solchen Jeepney zur Personenbeförderung ist wie allgemein in Asien erwartet werden darf: Schlicht und zweckmäßig. Hauptbestandteil sind die rechts und links in Fahrtrichtung stehenden Sitzbänke. Die Standardlänge reicht normal für 8 Personen pro Bank. Es werden jedoch auch Aufbauten mit bis zu 12 Personen je Seite hergestellt. Man sollte nicht allzu hohe Erwartungen an den Sitzkomfort stellen.

Ich bin bisher noch nicht dahintergekommen, warum der Fahrgastraum nach wie vor recht niedrig ausgelegt ist. Auch wenn die Filipinos, im Vergleich zu Europäern, häufig eine geringere Körpergröße besitzen, müssen auch sie sich gebückt den schmalen Mittelgang, meistens mit einer Hand an einer der zwei Haltestangen festhaltend, zwischen den Füßen der anderen Mitfahrer entlang bewegen. Ich vermute jedoch, dass man von jeher die Oberkante Windschutzscheibe oder alte Dachhöhe als Oberkante verwendet hat.

Die Kosten
Der Jeepneyfahrer leiht sich als "freischaffender" Fahrer einen Jeepney auf Basis einer Tagesleihgebühr vom lizenzierten Unternehmer. Im Großraum Manila kostet die Leihgebühr pro Tag aktuell (2014) 600 Peso. Der Fahrer übernimmt den Wagen zu Schichtbeginn vollgetankt und muss ihn auch nach Feierabend entsprechend wieder vollgetankt abgeben. Die Stellplätze befinden sich häufig auf Parkflächen von großen Shoppingmals, wo sowieso eine Tankstelle in der Nähe ist. Somit setzen sich die täglichen Kosten für den Fahrer aus der Leihgebühr sowie dem Kraftstoffverbrauch zusammen, welcher z.B. für drei Touren Alabang - Pasay - Alabang pro Schicht je nach Dieselpreis mit 600 - 650 PHP nicht wirklich niedrig ist. Zusätzliche Kosten entstehen durch die, ich nenne sie "Barker boys", die an markanten Haltepunkten versuchen, für jeden Jeepney möglichst viele Passagiere zu finden, indem sie z.B. immer wieder laut auf die jeweilige Route hinweisen, was für viele Kunden eine echte Hilfe ist. Dafür erhalten sie zwischen 1-5 PHP vom Fahrer.

Das Multitalent: Der Fahrer
Ich hatte einmal die Möglichkeit, ab Schichtbeginn im Fahrerhaus bis zum Wendepunkt sitzen zu dürfen. Und ich hatte bereits nach dem zweiten Stopp aufgegeben, den Überblick zu behalten. Der Fahrer fährt auf einer vorgegebenen Route. Hin und zurück. Wie ein Linienbus. Allerdings gibt es keine festen Haltestellen. Angehalten wird z.B. auf Anforderung durch den Passagier via "Para po" oder durch klopfen mit einer Münze gegen die Haltestange oder auf ein Handzeichen von am Straßenrand wartenden Fahrgästen. Der Basisfahrpreis (Mindestpreis) wird durch das LTO vorgegeben und gilt für eine vorgegeben Distanz. 2015 betrug er 7,00 Peso. Allerdings darf der Fahrer diesen Basispreis unter bestimmten Umständen erhöhen. Z.B. wenn größeres Gepäck mitgeführt wird und deshalb womöglich ein weiteres Platz blockiert wird. Oder auch, wenn der Passagier zu viel Platz beansprucht.

Bezahlung und Wechselgeld
Der Fahrer hält und lässt Fahrgäste ein- oder aussteigen. Jeder Fahrgast reicht nun, entweder auf Umwegen durch die Hände anderer Fahrgäste, oder direkt sein Fahrgeld zum Fahrer mit den Worten 'Bayad po' durch. Dieser wird dabei auf eventuelle "Extras" hingewiesen, schaut sich den Fahrgast im hinteren Bereich an und muss nun für jeden Passagier im Kopf behalten, wer eventuell wie viel Wechselgeld zu bekommen hat. Gleichzeitig muss er auf den Verkehr achten, eventuelle Passagiere am Straßenrand sowie das Wechselgeld zusammenstellen und auf den Weg nach hinten in den Fahrgastraum bringen. Wie gesagt, ich habe schon nach dem 2. Stopp aufgegeben, die Übersicht zu behalten!

Verdienst
Der mögliche Verdienst ist natürlich von verschiedenen Faktoren abhängig: Der Linie (Fahrtroute), ob Tag oder Nachtschicht gewählt wird, dem persönlichen Engagement, dem Verkehr, dem persönlichen Fahrstil, da ein kraftstoffsparender Fahrstil am Ende der Schicht schnell noch mal 50 - 100 PHP sparen kann, der Notwendigkeit, da auch bei diesem Dienst meist mehr Interessenten vorhanden sind und der Disponent die Fahrer entsprechend einteilt. Im Durchschnitt darf bei einem 3-4 tägigen Einsatz je Woche mit einem durchschnittlichen Verdienst von ca. 500 PHP je Tag gerechnet werden. Das kann zu guten Zeiten mal mehr sein, kann aber auch schon mal darunter liegen. Damit liegt ein Jeepney Fahrer mit einem ca. Verdienst von 8.000 PHP je Monat etwa auf dem Niveau eines Straßenarbeiters... oder... am unteren Ende der Skala.




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